Midsommar

IKEA kündigt es schon seit Wochen an und wer früher Lisa, Lasse, Bosse, Britta, Inga und Co. so wie ich um ihre Kindheit in Bullerbü beneidet hat (‘Ein Ring Fleischwurst von der Besten’), der denkt wahrscheinlich auch bei dem Stichwort “Midsommar” an Blumenkränze, Erdbeeren mit Schlagsahne, Krebs-Essen und große Lagerfeuer. Und langsam habe ich das Gefühl, dass wir inzwischen nicht nur skandinavische Designer mit offenen Armen (und in meinem Fall auch weit aufgerissenen Augen gepaart mit der allseits bekannten Schnappatmung) empfangen, sondern auch ganz gerne die ein oder andere Tradition übernehmen. Mich freuts. In jeglicher Hinsicht. Und so machten wir uns am vergangenen Samstag mit Hund und Kegel auf in Richtung Bregenz, Österreich um mit Freunden auf dem Pfänder die Sommersonnenwende zu feiern.
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Im Gespräch, vor allem mit älteren MitbürgerInnen, muss ich so oft daran denken: In jeder Generation stehen Moral, Tugend, Kultur, ja die gesamte Gesellschaft vor dem Abgrund. Ob Rock’n’Roll, lange Haare, Handys, oder eben – Blogs. Immer gibt es etwas, das gerade dabei ist, den Untergang einzuleiten, und allein die Tatsache, dass das bisher noch nicht passiert ist, macht doch all die Rufe vom drohenden Sodom und Gomorrha zu reinem Hintergrundrauschen. Zumindest für mich.

Ein andermal vielleicht mehr dazu. Für den Moment muss für euch oberflächliche Massenmedienrezipienten ein Link reichen: Bitteschön. Dankeschön.

Luftiges fürs Auge

Ich liebe den Sommer. Ich liebe heiße Temperaturen. Ich liebe Bettwäsche, die in der Sonne getrocknet ist. Ich liebe das Kreischen der Schwalben. Ich liebe Tapas mit eiskaltem Radler. Und ich liebe Sommerabende, wenn sich die Natur von der Hitze erholt, ein laues Lüftchen durch die Birken vor unserer Terrasse schweift und der Frosch im Teich anfängt zu quaken. Dann bin ich glücklich.
In solchen Momenten fühle ich mich leicht und würde gerne mit den Schwalben losziehen. So wie im Vogel-Ballett von Nils Castillon. Enjoy!

PRISM vs. Grundgesetz

Gerade mal eine Handvoll Artikel sind online und schon muss ich kurz politisch werden. Sorry, lässt sich gerade nicht vermeiden.

Das Überwachungssystem PRISM der amerikanischen Regierungsbehörde NSA sammelt Informationen aus der Privatsphäre von Menschen aus der ganzen Welt. Das geschieht ohne richterlichen Beschluss, also im Alleingang der Exekutive ohne Kontrolle durch andere Organe. Eine solche Praktik ist nach deutschem Recht illegal, das Grundgesetz schützt seine Bürger vor amoklaufenden Geheimdiensten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich jetzt für diese Praktik ausgesprochen und betont, dass Deutschland auf eine solche Art der verfassungswidrigen Datenerhebung angewiesen sei. Die Tragweite dieser Aussage lässt sich gar nicht drastisch genug formulieren: Die demokratisch gewählte Regierungschefin unseres Landes setzt sich über die Grundlage unserer Demokratie hinweg. Ich bin gespannt, wie weit sie damit kommen wird. 1984 und Brave New World sollten jedenfalls schonmal aus dem Fach “Utopie” ins Regal “Dokumentationen / Politische Bildung” umgeräumt werden.

Verdammte Axt, wir leben in spannenden Zeiten.

Basilikum-Granatapfel-Limonade

Das Folgende ‘Rezept’ zu nennen, wäre schon etwas vermessen. ‘Mischmaschanleitung’ ist sicherlich passender.

Mischmaschzutaten:
eine unbehandelte Bio-Zitrone
ungesüßter Granatapfel-Saft
gekühltes Mineralwasser
ein großer Bund frischer Basilikum

Einfach die Zitrone in Scheiben schneiden und zusammen mit einem großzügigen Schuss Granatapfel-Saft in eine Karaffe oder einen Krug geben. Die Basilikum-Blätter vom Stengel zupfen und ganz grob zerreißen und im Glaskrug zusammen mit der Zitrone und dem Saft aufgießen und ein paar Mal umrühren.
Wer mag kann auch noch Eiswürfel dazu geben und bei Bedarf das Ganze mit etwas Zucker, Stevia oder ähnlichem süßen.

Den Granatapfel-Saft kaufe ich in der Regel im Naturkostladen, denn hier bekomme ich wirklich ungesüßten Muttersaft. Schräges Wort, ich weiß. Durch den Basilikum bekommt das Ganze dann ein schön herbes Aroma, was sich mit der Zitrone und dem Granatapfel wirklich hervorragend verträgt. Schmeckt auch mit einem Schuß Weißwein oder Prosecco sehr lecker und lässt sich so auch super als Aperitif servieren.

http://www.flickr.com/photos/hydroxy/2599306798/ http://www.flickr.com/photos/hydroxy/

Coming soon: Marrakech

Mittags fragt er mich: “Wie lange kannst du eigentlich maximal nur mit Handgepäck reisen?”
Meine schlaue Antwort: “Das kommt ganz auf die Destination an.” Clever, nech?
Daraufhin er so: “Warm. Sehr sehr warm.”
In dem Fall: Los. Buchen. Egal wohin, Hauptsache warm. Handgepäck geht auch irgendwie. Hauptsache warm.
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Pfwoah! It’s Isabel!

Schnappatmung. In der kompletten Fashion-Szene. Wahrscheinlich weltweit. Und warum?
Wegen Isabel. H&M gibt seine Designer-Kooperation für das Jahr 2013 bekannt und die Welt (na guuuut – die Fashion-Welt) steht still.
Wegen Isabel. Isabel Marant.
Die Frau, die uns schon seit Jahren zeigt, dass kein omni-präsenter Markenschriftzug nötig ist, um trotzdem Wiedererkennungswert zu schaffen. Die Frau, die uns schon seit Jahren zeigt, dass sich Ethno und Rock’n’Roll hervorragend mit Pariser Chic verbinden lassen. Und die Frau, die ich vor allem wegen ihrer Unaufgeregtheit mag. Und die Frau, die übrigens mit Jérome Dreyfuss verheiratet ist. Ach, man lernt ja nie aus.
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Vom Lehren

Guten Tag. Mein Name ist Er und ich bin Dozent. Zwar nur nebenberuflich, dafür voll Leidenschaft. Kombiniert mit meiner Tendenz, Dinge überzuanalysieren, führt das dazu, dass ich mein Selbstverständnis als Lehrender permanent hinterfrage, anzweifle und regelmäßig komplett über den Haufen werfe.

Eine zentrale Frage dabei ist die, wie viel Mensch sein so ein Lehrberuf verträgt. Ich möchte ja schließlich Fakten, Wahrheiten vermitteln. Wie viel Platz bleibt da für meine Meinung, meine Persönlichkeit? Wenn ich Sachverhalte aus meiner Sicht erzähle, füge ich wichtige Erfahrungswerte hinzu oder verwehre ich meinen Studenten die objektive Sicht der Dinge?
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