Gravity.

[SIE] Oft war es in der Vergangenheit so, dass mir die ersten paar Minuten in einem 3D-Film etwas schlecht wurde. Das Hirn hats quasi erst mal nicht gecheckt. Nach 15-20 Minuten gings dann meistens und ich konnte mich nach und nach in die Film-Welt gleiten lassen. Inmitten der leuchtenden, puscheligen Samen des Baum des Lebens in Avatar zu sitzen oder mutierte Minions bei Despicable Me 2 entgegen geschmissen zu bekommen, empfand ich als ausgesprochen unterhaltsam. Und dann kam Gravity.
Und vielleicht wurde für diesen Film 3D eigentlich erfunden.

Es ist nicht die Story, um die es geht. (Die Zusammenfassung lautet: es geht schief, was schief gehen kann und das ist blöd, denn wir sind im All. Fertig.) Es ist dieses verdammte Gefühl, das mich von der ersten Minute an nicht mehr los lässt. Und durch dieses verdammte 3D bin ich einfach mitten drin. Es beklemmt mich, so verdammt viel Raum ohne Halt und Sauerstoff zu haben.

[ER] Jepp. Für mich wird dieser Grad an Immersion wird nur noch getoppt von einer völlig neuen Ästhetik, die ich so noch nie gesehen habe. Ein Film, der über die komplette Laufzeit in der Schwerelosigkeit spielt, steht gleichzeitig vor der Schwierigkeit und der einmaligen Chance, Fragen zu beantworten, die sich andere Filme noch nie zu stellen brauchten. Das beginnt schon mit der einfachen Frage, wo oben und unten ist. Wie bewegt sich eine (virtuelle) Kamera im offenen Raum mit mehreren möglichen Fixpunkten (Erde, Raumstation, Astronaut)? Was hört der Zuschauer in einer Umgebung, die eigentlich völlig lautlos ist, weil es im Vakuum nichts gibt, das Schall transportieren könnte?

Man sieht, man spürt in jeder Einstellung, dass hier Regisseur Alfonso Cuarón endlich den Film gemacht hat, der schon immer in ihm steckte. Seine Biographie beginnt mit dem Satz “Cuarón wollte schon immer Filmemacher werden, und Astronaut”. Herzlichen Glückwunsch, Alfonso: Du bist jetzt beides.

Donnerstag ist Kinotag 02

Hier steht ab morgen irgendwann unser Review zu diesem Film, der seit zwei Wochen nicht mehr aus meinem Facebook-Feed verschwinden will: Gravity. Den schauen wir uns nämlich heute abend an. Wer vorher Spoiler postet, wird aus der Stadt gejagt!

PS: Der Facebook-Konsens lautet übrigens “Trailer ignorieren, Film schauen, im besten Saal des besten Kinos der Stadt, in 3D, jetzt!”.

Kurzes Update: Wow. Großes, großes Kino.

Fazit. Frankreich. Fai.

Kennt ihr das Wort “fai”? Wie in “Das war fai voll gut” oder “ich mag dich fai”. Oder früher in Form der schlimmsten Drohung überhaupt: “Das sag i fai.” Beschde. (In die Überschrift passts eigentlich nur dank der Alliteration. Ach. Egal.) Denn eigentlich gehts um Frankreich und unsere Woche an der Côte d’Azur.
Und hier sind meine Fazite. Oder Fazits. Beides doof.

  1. So romantisch das auch klingt in einem Haus im Weinberg zu wohnen – never forget, dass die Trauben auch irgendwann geerntet und verarbeitet werden müssen. Morgens um fünf. Im September. Neben unserem Schlafzimmer.
  2. Kein Restaurant ist so gut, dass es die frische Dorade toppen könnte, die man morgens vom Fischer auf dem Wochenmarkt erstanden hat.
  3. Nichts geht über ein Tag am Meer. Mit Buch. Und Eis.
  4. St. Tropez ist sehr süß, leidet aber unter zu viel Geld.
  5. Jeden Tag Frühstücksei essen rockt.
  6. Plage de Cabasson und Plage de Brégançon. Do it. Vor allem mit Kite bei Wind.
  7. Marseiller Bouillabaisse ist überbewertet.
  8. Macarons. MACARONS!
  9. Ich will zurück.

Danke an die Reisegruppe.

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Tune Tuesday 02

Es wird Herbst, Herrschaften. Wetter ist zum einen ziemlich unvermeidlich, und zum Anderen ein ganz arg plattes Thema. Darum ohne viel Gelaber hier der zweite Tune Tuesday, mit Herbstmusik. Die Playlist gibt es dieses mal erst am Ende, weil ich nämlich zu allen elf Songs von Rotgrau was zu sagen habe. Los.

S.O.H.N. — Red Lines

S.O.H.N. ist das Alter Ego eines Musikers, der für seine Songs schon immer sein Innerstes nach außen gekehrt hat. Er hatte schon mit einem anderen Projekt einigen Erfolg, hat dieses aber 2012 hinter sich gelassen, um nach einigen Experimenten mit S.O.H.N. einen beeindruckenden Überraschungserfolg hinzulegen. Wenn ihr ihn mal live erleben könnt, tut es! Dates gibts unter sohnmusic.com.

A Tiny Wave — The Way I Feel

Hm. Okay, jetzt wirds persönlich. Bei A Tiny Wave sitze ich nämlich selbst hinter den bunten Knöpfchen, während Sie’s Schwester ihre wunderbare Stimme beisteuert. Eigene und neu interpretierte Musikstücke mit Gesang und Elektronik. Wenn es euch gefällt, bleibt ihr mit einem Klick auf Gefällt Mir! auf dem Laufenden. Weitere Songs werden folgen!

The Sexinvaders — Silent Heart

Eigentlich machen unsere beiden Berliner Freunde ja Techno. Die seltenen Ausnahmen klingen so schön.

The Notwist — Lichter 1

Ich finde, The Notwist sind die einzige deutsche Band, deren deutscher Akzent beim englisch singen sympathisch klingt. Hier aber ein instrumentales Stück aus dem Soundtrack zum ebenfalls deutschen Film ‘Lichter’.

Dreamend – Magnesium Light

Shoegazing erhielt seinen Namen vom eigentümlichen Verhalten der Musiker dieser Stilrichtung, die beim übereinanderstapeln ihrer Soundsphären den Blick selten von den am Boden aufgereihten Effektgeräten abwenden. Nach einer ganz kurzen Hochphase Anfang der Neunziger verschwand dieses Genre schnell in der Versenkung und schrubbt seitdem dort unten höchst selbstzufrieden vor sich hin. Dreamend aus Chicago machen Shoegazing mit Banjo und Glockenspiel. Weil sie es können.

alt-J – Tessellate (SARM Acoustic Version)

alt-J sind für mich die Entdeckung 2013. Mir doch egal, wie es genau heißt, was sie machen, aber ihr Debutalbum An Awesome Wave ist groß, groß, großartig und hat nur höchst eventuell etwas mit unserem Bandnamen zu tun. Damit es noch besser in diesen Rahmen passt, hier die Single Tessellate in einer Akustikversion.

Moby – A Case for Shame (Thom alt-J Remix)

Der Drummer von alt-J ist auch der Elektroniker der Truppe und produziert wunderschön dreckig-traurige Songs und Remixes, wie zum Beispiel den hier für Moby – den (also Moby) man sich übrigens auch mal wieder vor Ohren führen sollte; hat sich verändert, der Bub.

Kyteman Orchestra – The Mushroom Cloud

Wenn ein 26-jähriger Hip Hop Typ ein vollständiges Orchester anführt und damit die Grenzen zwischen Klassik, Spoken Word, Hip Hop und allgemeiner Weirdness sprengt, dann ist das schon was besonderes.

Nostalgia 77 – Sleepwalker (Ambassadeurs Remix)

Schöne Musik. Man muss ja auch nicht zu allem was zu sagen haben, oder?

Ultraísta – You’re Out (Prefuse 73 Remix)

Diese Truppe hier hab ich zusammen mit alt-J entdeckt. Ein Mädel, zwei Jungs, Gesang, Bass, Drums, Elektronik – und einfach schon wieder ein eigenständiger Sound, den es so vor zehn Jahren noch nicht hätte geben können.

Bonobo – First Fires

Von Moby abgesehen, müsste Bonobo der bekannteste Name in dieser Runde sein. Darum sag ich da jetzt auch gar nicht viel dazu, außer: schöner Abschluss. Schönen Herbst euch!

Back on track (oder der Montag nach dem Urlaub)

Der Montag nach einem Urlaub fühlt sich immer komisch an: ein bisschen Wehmut gepaart mit Motivation. Ein sanfter Übergang bei der Transformation vom Chill-Urlauber zum Arbeits-Tier gelingt mir dabei fast nie. Bis auf dieses Mal. Das liegt vielleicht daran, dass mich heute der beste Häng-Buddy ever ins Büro begleitete und seine überaus komischen Schlafposen zum besten gab (sorry für die nicht vorhandene Qualität beim Foto. Musste ich aber trotzdem teilen). Und es liegt an dem Clip “Morning of the World” von Gunther Gheeraert mit wunderbaren Momenten aus Bali. Für das rastlose Reise-Herz, das schon wieder ganz laut klopft. Too many places to see. Enjoy.

Processed with VSCOcam with t1 preset

P.S. Ludovico Einaudi is the man! Aber das verdient einen extra Post. Irgendwann.

Coming up: Summer reloaded.

Ich freu mich jetzt schon drauf meinen Wecker auf morgen früh 05:30 Uhr zu stellen. Nein, ich bin nicht wahnsinnig geworden. Und ich bin immer noch Spätaufsteherin. Aber nichts bringt mich so schnell und fröhlich aus den Federn wie die Aussicht auf einen Roadtrip mit dem Meer als Ziel. Côte d’Azur it is. Haus in den Weinbergen 5 Kilometer vom Strand entfernt it is. Ausgedehntes Kochen mit Freunden it is.

Bring it oooooooon! Excusez. Allez vite!

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Donnerstag ist Kino-Tag 01

Wir haben keinen Fernseher. Jetzt ist es raus. Den letzten Umzug im Mai vor einem Jahr hat das alte, riesige Röhren-Teil nicht mehr mitgemacht. Und es geht mir außerordentlich gut damit. Gut, ab und zu vermisse ich sonntagnachmittägliche, passive Berieselungsreportagen, vor allem wenn am Vorabend das Kaltgetränk-Chakra etwas zu positiv gestimmt war. Aber alles nicht so schlimm. Dieses Internet macht heutzutage ja alles möglich. Und ich konsumiere nach wie vor viele Filme und Serien. Vor allem Serien. (Gute Tipps, anyone? Jederzeit her damit!!!) Wie bereits hier und hier geschehen, möchten wir von nun an regelmäßig Filme am Kino-Donnerstag vorstellen. Mal aktuell, mal alte Schmankerl. Aber eben alles, was gut ist. Los gehts mit Emmas Glück.
Gefunden habe ich dieses Prachtstück auf der Suche nach Jürgen Vogels (beschde!) früheren Werken. Emmas Glück ist Max’ Bauchspeichelkrebs-Diagnose. Emmas Glück sind ihre Schweine, die sie auf ihrem abgeschiedenen Bauernhof züchtet und schlachtet. Und Emmas Glück ist, dass der Dorfpolizist Henner in sie verliebt ist. Ein Heimat-Kino der ganz besonderen Art. Komisch, ehrlich, einfühlsam und doch derb, liebevoll und irgendwo dazwischen der Tod. Wem das reicht, klickt bitte nicht auf weiter sondern holt sich den Film ins Heimkino. Für alle anderen geht’s hier weiter: (more…)

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