Category Archives: Food

Ein Stück vom Glück

Steffi sagt: “Alle in und um Ravensburg sollen glücklich sein.” Und ich mag Steffi. Und ich mag glücklich sein. Ein Stück vom Glück – hausgemacht lautet ihr Motto in ihrem Café Glücklich in der Grünen Turm-Straße in Ravensburg.
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Steffi trägt schöne Schürzen. Und hat meiner Meinung nach die Gesamtheit von glücklichem Genuss auf eine wunderbare Weise umgesetzt. Die komplette Einrichtung stammt von verschiedenen Messen und Flohmärkten und ist in Zusammenarbeit mit Wolfgang Strasser entstanden. Ein bisschen shabby, ein paar Farben, etwas retro gepaart mit Stilsicherheit. Und fast alles, was du siehst, kannst du auch kaufen. Die Schale? Die Vase? Die Mama findet doch glatt ihren Lieblingssalzstreuer wieder, der vor einiger Zeit zu Bruch ging. Café Glücklich eben.

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IMPRO-Kochen (oder die Ode an den Wochenmarkt)

Wir haben ein Demeter-Gemüsekisten-Abo, das uns jeden Donnerstag eine frische Obst- und Gemüseauswahl direkt vor die Haustüre liefert. Regional und saisonal. Unterstützenswert und praktisch. Fühlt sich immer so an, als hätt mir jemand eine Wundertüte vor die Haustüre gestellt. (Dass dieser Surprise (sprecht mir nach: sür-pries) eine Abbuchung von meinem Konto folgt, kann ich gekonnt ignorieren.) Und trotzdem geht nichts über einen Einkauf auf dem Wochenmarkt. Ich mag es, wenn mir der Pilz-Mann erklärt, wo er seine Pfifferlinge findet und der Bio-Mann verschwörerisch seine ersten neuen Kartoffeln aus der Geheimkiste zückt (da musste danach fragen – die gibts nicht für jedermann). Oder wenn die Fisch-Frau alle Forellen schon verkauft hat und ich mal wieder zu spät dran bin. Dann noch ein paar eingelegte Weinblätter für den Liebsten und zwei Artischocken-Herzen für mich, einmal ausflippen am Käsestand und fertig ist das Glück. Yes baby – my kind of shopping-haul.
Wieder zuhause beginnt in der Regel das Impro-Theater. Erster Akt und erste Szene: Treffpunkt Kühlschrank. Käse durchprobieren. (Sehr zur Freude unseres chronisch verhungernden Labradors, a.k.a. Bube a.k.a. Sir William a.k.a. Willy, der von der Käserinde profitiert. Bitte ersetzen Sie in Ihrem Wortschatz ab jetzt “Dackelblick” durch “Labrador-Hypnose”. Vielen Dank.) Danach wird dann gekocht. So wie diese Woche.

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Improvisationskochen: Lachs-Yufka

Sie hat sich zwei Tage freigenommen, um mit ihrer Freundin nach Zürich zu fahren. Die Stammleser unter euch werden das sicher schon bald an zwanzig neuen Instagram-Fotos erkennen können. Also bin ich allein zu Hause. Macht auch nichts, ich hatte ja eine Menge Arbeit. Jetzt ist aber Feierabend. Ich sitze mit einem Bier und der neuesten Brand Eins (tolle Zeitschrift) im Garten und genieße den Sonnenuntergang. Dann höre ich meinen Magen grummeln. Also schnell das Bier geleert und ab in die Küche zum Männer-Improvisations-Kochen.

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Große Liebe: The Gather Journal

Von frischem Brot, cremigen Rührei, gerösteten Pilzen und traumhafter Inneneinrichtung war hier die Rede. UND von fantastischen Magazinen, von denen ein ganz spezielles mir sogar einen extra Post wert ist. Wir haben haben uns gerade angestellt um unsere Milchkaffees und hausgemachte Limonaden zu bezahlen (a.k.a. einen weiteren Chocolate-Stick, einen Cinnamon Bun und einen großen Laib vom Dark-Rye-Bread zu bestellen), da fällt mein Blick auf ein kleines, aus alten Weinkisten gebautes Regal. Neben hausgemachten Marmeladen und verschiedenen Spreads liegt es: das Gather Journal. Und ehrlich gesagt, habe ich es nur gekauft, weil mir auf Anhieb das Titelbild und das Format des Magazins sehr gut gefielen. So als Andenken quasi. Erst zuhause in Deutschland habe ich bei einer Tasse Tee überhaupt gemerkt, was für ein Schatz mir hier in die Hände gefallen ist.

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De oude bank bakerij in Stellenbosch, Südafrika

Manchmal sieht man in Comics wie die Maus durch eine Duftfahne zum Käse gelockt wird. Oder der Hund zum Schinken. Oder eben ich zu der “Oude Bank Bakerij” in Stellenbosch, Südafrika, ca. eine Autostunde von Kapstadt entfernt. Und nein, es geht nicht um Käse oder Schinken, sondern um Brot. Oder darum, wie meine Leidenschaft für “Simplicity at its best” in neue Dimensionen gehoben wurde. Der Eingang liegt etwas versteckt durch einen Bogen und man gelangt in einen kleinen Hinterhof. Zwei, drei kleine Tischchen stehen vor der Türe. Man tritt durch die Türe und steht in einer Bäckerei. Und ich meine wirklich Bäckerei.
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Links ist die große Arbeitsfläche in L-Form und dahinter steht der riesige holzbefeuerte Brotbackofen. Der Sauerteig wird von Hand geknetet und kommt wieder zum Ruhen ins Regal, Baguette wird gezwirbelt, Brotlaibe werden geformt und mit Wasser bespritzt. Säckeweise Mehl lagert dazwischen. Und was sofort auffällt: die vom Mehl eingestaubten, jungen Bäcker haben den Spaß ihres Lebens. Leidenschaft für das eigene Tun scheint wohl Einstellungskriterium Nummer 1 von Fritz Schoon, dem Inhaber und Gründer der Bäckerei, zu sein.
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Pesto. Basta.

Erbsenrisotto mit Minze. Zucchinikuchen. Grünes Gemüse-Thai-Curry. Hauptsache grün, wenn es nach meiner Mama geht. Es geht noch ein paar Tage und dann sind die Basilikum-Töpfe ums Haus bereit für die Großernte. Und dann wird es wieder grün in der Küche. Dank Mama. 

Durch sie habe ich auch das Vorurteil abgelegt, dass Dinge wie hausgemachtes Pesto aufwändig oder gar kompliziert sein könnten. Nein. Alles easy breezy. Mein Demeter-Gemüse-Kisten-Lieferant war nämlich etwas schneller als unser Basilikum im Garten und so war in der letzten Kiste ein großes Büschel von dem duftenden Kraut. Ich: Was machmer? Er: Ha, schnell ‘n Pesto, oder? Ich: Easy. Parmesan ist eh immer da. Ohne Parmesan im Kühlschrank bekomme ich Angstzustände. So nämlich. Eine Packung Pinienkerne war auch noch da und Knoblauch und Olivenöl gehört sowieso zu den Grundnahrungsmitteln. 

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Strawberry fields forever

Schon seit Wochen stands auf meinem To-Do-because-I-wanna-Plan und am Sonntag wars endlich so weit. Gerade zurück aus dem orientalischen Chaos Marrakechs ab aufs idyllische oberschwäbische Erdbeerfeld. Kulturschock, die 285. an diesem Wochenende. Nice. Und durch die schönen Sonnentage letzte Woche hätte ich wohl auch kaum einen besseren Tag zum pflücken finden können – jede Reihe ist dickvoll mit großen, durch und durch tiefroten und süßen Erdbeeren. Über dem Feld schwebt sogar ein richtiger Erdbeerduft. Ach, ich liebe es, wenn man im Sommer so aus den Vollen schöpfen kann und eimerweise Beeren, Zucchini, Tomaten, Basilikum und Salat ernten kann. Alles, was selber gezogen und/oder selbst geerntet wurde, schmeckt einfach noch besser und jede Mahlzeit wird schon fast ehrfürchtig eingenommen. Ich liebe diese Wertschätzung für Zutaten und vor allem im Sommer wird sie einem jeden Tags aufs Neue bewusst. Abends gibts dann gleich frisches, selbstgemachtes Erdbeereis (grazie, Mama!) und die frische, dampfende Erdbeer-Vanille-Marmelade wird mit einem leisen Juchzen in die Weckgläser gefüllt – schon mal ein bisschen vom Sommer konservieren für den Winter (wenn sie überhaupt so lange hält…). Ach, unsere Wohnung riiiiiiecht. Nach Sommer und Sonne und Erdbeeren. Und die Schwalben kreischen. Glück. (more…)

Miso-Suppe. At its damn best!

Sie steht auf asiatische Küche. Er auch. Läuft. Und mit asiatischer Küche meine ich nicht unbedingt die in Glutamat ertränkte, mit Ananas-Stückchen misshandelte Ente süß-sauer beim China-Restaurant Asia-Paradies ums Eck. Wobei ich hier meine Hände ganz sicher nicht in Unschuld waschen darf – manchmal muss es einfach Fast-Eurasier sein a.k.a 2, 10, 15 a.k.a Sansien-Suppe, Frühlingsrolle und Wan-Tans als Vorspeise. Und das Familienglück für alle. ABER mit asiatischer Küche meine ich etwas anderes.
Ich stehe zum Beispiel unheimlich auf Japan. Der Gedanke, dass Gewürze und Öle nur sparsam verwendet werden sollen, um den Eigengeschmack der frischen Zutaten möglichst optimal hervorzubringen, ist mir sehr sympathisch. Durch die japanische Küche, allem voran durch Sushi, habe ich gemerkt, dass die Gleichung “Frisch + Hochwertig (ich möchte gerne “höchstwertig” schreiben, klingt aber doof) + Einfach = Köstlicher Luxus” absolut stimmt. Passend hierzu kann ich jedem Sushi-Fan den Film “Jiro Dreams of Sushi” empfehlen. Pure awesomeness. Hier ein kleiner Teaser:

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Midsommar

IKEA kündigt es schon seit Wochen an und wer früher Lisa, Lasse, Bosse, Britta, Inga und Co. so wie ich um ihre Kindheit in Bullerbü beneidet hat (‘Ein Ring Fleischwurst von der Besten’), der denkt wahrscheinlich auch bei dem Stichwort “Midsommar” an Blumenkränze, Erdbeeren mit Schlagsahne, Krebs-Essen und große Lagerfeuer. Und langsam habe ich das Gefühl, dass wir inzwischen nicht nur skandinavische Designer mit offenen Armen (und in meinem Fall auch weit aufgerissenen Augen gepaart mit der allseits bekannten Schnappatmung) empfangen, sondern auch ganz gerne die ein oder andere Tradition übernehmen. Mich freuts. In jeglicher Hinsicht. Und so machten wir uns am vergangenen Samstag mit Hund und Kegel auf in Richtung Bregenz, Österreich um mit Freunden auf dem Pfänder die Sommersonnenwende zu feiern.
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