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Fashion Archiv

Freitag

24.

Januar 2014

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Fashion, Thoughts

Rabens Saloner und ein Klagelied über meine Doppelmoral.

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Mein letzter Beitrag liegt einige Zeit zurück, aber keine Angst: es folgt jetzt keine Entschuldigung gespickt mit tausend Begründungen gewürzt mit schlechtem Gewissen. Ich mag einfach lieber das, was aus mir raussprudelt und nicht das, was mühsam „erquetscht“ wird. Hier im Salon wird nur gesprudelt und nicht gequetscht – ganz ohne Verpflichtung mir selbst gegenüber.

Aber heute sprudelt es mächtig und das Stichwort lautet „Nachhaltigkeit“. Was mir im Bereich der Ernährung und Lebensmittel unheimlich leicht und voller Freude von der Hand geht, fällt mir plötzlich klamottentechnisch schwer. Ich schaffe es doch tatsächlich mich gerade noch voller Freude auf meine regionale-saisonale Demeter-Gemüsekiste zu stürzen (Ja. Momentan hauptsächlich Kohl. Schwarzkohl. Grünkohl. Spitzkohl. Weißkohl. Und Wirsing. Und Rote Beete. Aber man ist ja kreativ.) und im nächsten Moment das von 9,99 Euro auf 4,99 Euro reduzierte T-Shirt im H&M-Online-Shop in den virtuellen Einkaufskorb zu legen. Ganz klarer Fall von Doppelmoral. Warum mache ich diesen Unterschied? Warum lasse ich nicht die gleichen Maßstäbe für den Demeter-Bauern aus der Nachbarschaft und die Näherin in Vietnam gelten? STOP! Vor allem Shopping-Stop. Gerade habe ich den Tab geschlossen, der mir ein cooles Cape und ein Blouson aus Irgendwo-in-Asien geliefert hätte. Nicht, dass ich was davon bräuchte, nein. Ich hätts halt gern gehabt. STOP! Ich verstehe, dass shoppen allgemein immer auch eine Budget-Frage ist und ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle, bei dem die Näherin auch noch fair bezahlt wurde, ist sicherlich nicht für 4,99 Euro zu produzieren. Aber es gibt auch einen Mittelweg: beispielsweise die Leute von Grundstoff. Sie haben einen Online-Shop gegründet, der faire und/oder ökologisch nachhaltig produzierte Mode zu okayen Preisen anbietet. Ein Basic-Shirt zwischen 15 und 20 Euro, Leggins aus Bio-Baumwolle für 20 Euro oder ein Fair-Trade Hoodie für 40 Euro. Preislich voll okay. Oder aber meine Liebsten von Team Brûlé Berlin. Fairer wirds nicht mehr. Bio-Baumwolle verarbeitet in Berlin. Yes please. (Mein vor sieben Jahren gekauftes Tanktop der beiden Wahl-Berliner sieht immer noch aus wie neu. Just sayin‘. Und DAS bei Preisen auf Grundstoff-Niveau. YEEEEES PLEASE!!!)

Ein weiterer Tipp ist Rabens Saloner aus Copenhagen. Gegründet in 2007 von Birgitte Raben Olrik, produziert von Familien-Unternehmen in Asien, fair bezahlt und unterstützt werden und gleichzeitig eine große Inspiration für die Kollektion selbst sind. So sagt Birgitte: ”There is so much inspiration to gather from local artisans if you show them that you appreciate their skills and admire their traditions. It’s a kind of mutual fertilization, if you keep an open mind, amazing things can emerge from it.” (Zitat stammt von hier)

Leider sind die hauptsächlich nicht-farbenen Kollektionen in Deutschland nur ganz selten erhältlich aber ich habe ausgerechnet in Kempten im Allgäu eines der fantastischen Kleider gefunden. Grobe Rohseide. A-Linien-förmiger Schnitt. Rauchgraue Farbe. Love it. Und mit dem Hintergrund-Wissen über die Herkunft macht das Tragen nochmal so viel Spaß. 

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Ich werde jetzt nicht hingehen und alle meine H&M-Shirts rauswerfen, das hätte auch nicht sonderlich viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Aber was Neuzugänge anbelangt freue ich mich auf ein Nachhaltigkeits-Go und ein Quantitäts-Stop. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Primark betreten. Und genau so soll es bleiben. (Ich wollte es eigentlich vermeiden, aber vor einigen Wochen geisterte eine Doku über diesen unsäglichen Riesen durch viele Fashion-Blogs. Was ist geblieben? Nicht sehr viel. Aber bevor ich anprangere, kehre ich erstmal hier vor meiner Haustüre. Vorzugsweise mit dem besten Weihnachtsgeschenk der Welt – danke Schwesterherz!)

Edit: gerade noch folgenden Tipp bekommen: Fair Fashion Finder mit GetChanged. Tut es!

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Dienstag

10.

September 2013

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Aus der Handtasche geplaudert.

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Ein Whats-in-my-bag-Post würde bei mir verheerende Ausmaße annehmen. Dreierlei Kaugummi. Pfandmarken längst verstrichener Feiereien. Hopla, Geld? Yay. Flyer vom Programm-Kino. Hunde-Leckerlies. Ein überdimensionaler Geldbeutel mit viel zu viel Belegen. Mein Moleskine-Kalender a.k.a. mein Leben a.k.a. meine Identität. Strafzettel. U-Bahn-Tickets. Das einzige, was dem Blogger-Codex gerecht werden würde, wäre die Kosmetik-Ausbeute, bei der ich ein unverbesserliches High-End-Opfer bin. So. Das alles braucht einiges an Stauraum. (Die Möglichkeit „Aussortieren und Ausräumen“ kann aus Gründen keine Option sein. You get it, right?) Aus diesem Grund bieten fast all meine Handtaschen größentechnisch das, was andere an Stauraum für ein verlängertes Wochenende mit unsicherer Witterungs-Vorhersage benötigen. Und alle sind sie was besonderes. Lang gehegte Wünsche wie die Bow-Bag von Miu Miu aus hellgrauem Wildleder oder Erbstücke aus Mamas Jugend, die der Schuster schon in und auswendig kennt.
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Mittwoch

12.

Juni 2013

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Pfwoah! It’s Isabel!

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Schnappatmung. In der kompletten Fashion-Szene. Wahrscheinlich weltweit. Und warum?
Wegen Isabel. H&M gibt seine Designer-Kooperation für das Jahr 2013 bekannt und die Welt (na guuuut – die Fashion-Welt) steht still.
Wegen Isabel. Isabel Marant.
Die Frau, die uns schon seit Jahren zeigt, dass kein omni-präsenter Markenschriftzug nötig ist, um trotzdem Wiedererkennungswert zu schaffen. Die Frau, die uns schon seit Jahren zeigt, dass sich Ethno und Rock’n’Roll hervorragend mit Pariser Chic verbinden lassen. Und die Frau, die ich vor allem wegen ihrer Unaufgeregtheit mag. Und die Frau, die übrigens mit Jérome Dreyfuss verheiratet ist. Ach, man lernt ja nie aus.
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