Posts by Sie

Aus der Handtasche geplaudert.

Ein Whats-in-my-bag-Post würde bei mir verheerende Ausmaße annehmen. Dreierlei Kaugummi. Pfandmarken längst verstrichener Feiereien. Hopla, Geld? Yay. Flyer vom Programm-Kino. Hunde-Leckerlies. Ein überdimensionaler Geldbeutel mit viel zu viel Belegen. Mein Moleskine-Kalender a.k.a. mein Leben a.k.a. meine Identität. Strafzettel. U-Bahn-Tickets. Das einzige, was dem Blogger-Codex gerecht werden würde, wäre die Kosmetik-Ausbeute, bei der ich ein unverbesserliches High-End-Opfer bin. So. Das alles braucht einiges an Stauraum. (Die Möglichkeit “Aussortieren und Ausräumen” kann aus Gründen keine Option sein. You get it, right?) Aus diesem Grund bieten fast all meine Handtaschen größentechnisch das, was andere an Stauraum für ein verlängertes Wochenende mit unsicherer Witterungs-Vorhersage benötigen. Und alle sind sie was besonderes. Lang gehegte Wünsche wie die Bow-Bag von Miu Miu aus hellgrauem Wildleder oder Erbstücke aus Mamas Jugend, die der Schuster schon in und auswendig kennt.
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Ein Stück vom Glück

Steffi sagt: “Alle in und um Ravensburg sollen glücklich sein.” Und ich mag Steffi. Und ich mag glücklich sein. Ein Stück vom Glück – hausgemacht lautet ihr Motto in ihrem Café Glücklich in der Grünen Turm-Straße in Ravensburg.
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Steffi trägt schöne Schürzen. Und hat meiner Meinung nach die Gesamtheit von glücklichem Genuss auf eine wunderbare Weise umgesetzt. Die komplette Einrichtung stammt von verschiedenen Messen und Flohmärkten und ist in Zusammenarbeit mit Wolfgang Strasser entstanden. Ein bisschen shabby, ein paar Farben, etwas retro gepaart mit Stilsicherheit. Und fast alles, was du siehst, kannst du auch kaufen. Die Schale? Die Vase? Die Mama findet doch glatt ihren Lieblingssalzstreuer wieder, der vor einiger Zeit zu Bruch ging. Café Glücklich eben.

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IMPRO-Kochen (oder die Ode an den Wochenmarkt)

Wir haben ein Demeter-Gemüsekisten-Abo, das uns jeden Donnerstag eine frische Obst- und Gemüseauswahl direkt vor die Haustüre liefert. Regional und saisonal. Unterstützenswert und praktisch. Fühlt sich immer so an, als hätt mir jemand eine Wundertüte vor die Haustüre gestellt. (Dass dieser Surprise (sprecht mir nach: sür-pries) eine Abbuchung von meinem Konto folgt, kann ich gekonnt ignorieren.) Und trotzdem geht nichts über einen Einkauf auf dem Wochenmarkt. Ich mag es, wenn mir der Pilz-Mann erklärt, wo er seine Pfifferlinge findet und der Bio-Mann verschwörerisch seine ersten neuen Kartoffeln aus der Geheimkiste zückt (da musste danach fragen – die gibts nicht für jedermann). Oder wenn die Fisch-Frau alle Forellen schon verkauft hat und ich mal wieder zu spät dran bin. Dann noch ein paar eingelegte Weinblätter für den Liebsten und zwei Artischocken-Herzen für mich, einmal ausflippen am Käsestand und fertig ist das Glück. Yes baby – my kind of shopping-haul.
Wieder zuhause beginnt in der Regel das Impro-Theater. Erster Akt und erste Szene: Treffpunkt Kühlschrank. Käse durchprobieren. (Sehr zur Freude unseres chronisch verhungernden Labradors, a.k.a. Bube a.k.a. Sir William a.k.a. Willy, der von der Käserinde profitiert. Bitte ersetzen Sie in Ihrem Wortschatz ab jetzt “Dackelblick” durch “Labrador-Hypnose”. Vielen Dank.) Danach wird dann gekocht. So wie diese Woche.

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happyplace: m&m in Kempten

Meine Quintessenz der letzten kulinarischen Streifzüge: die Korrelation zwischen Atmosphäre, Niveau und Stil eines Restaurants oder Cafés beträgt genau 1 mit der “Stilvolligkeit” des jeweiligen Betreibers. (Ja, man mag es nicht vermuten, aber ich arbeite tatsächlich in der Finanzbranche. Jetzt ist es raus.) Die Oude Bank Bakkerij in Stellenbosch ist hierfür das beste Beispiel. Oder eben eben das m&m in Kempten im schönen Allgäu.
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Es riecht nach gutem Kaffee, die Geräuschkulisse besteht aus dem Klopfen des Siebträgers der wunderbaren Kaffeemaschine, hier und da einem Lachen und Musik. Frau Mehner, die Chefin des Hauses, scheint einen Großteil der Gäste persönlich zu kennen. Ich bestelle eine Brezel belegt mit hauchdünn geschnittener Fenchelsalami aus Italien. Beste Brezel der Welt. Musst du probieren. Es gibt viele leckere Kleinigkeiten: verschiedene regionale Käse (Leute – wir sind im Allgäu. Ich spreche also von KÄSE!), die bereits erwähnte Salami aus Italien, Schinken und feine Bruschetta. IMG_6101 (more…)

Batteriebetriebene Mascara…

…oder auch: Dinge, die die Welt nicht braucht.

Was hat eine Batterie in einer Wimperntusche zu suchen? Richtig. NIX!!! (Wer jetzt die Auflösung in Form eines Anti-Witzes gewartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Selbst nach reiflicher Überlegung ist mir keiner eingefallen. Leider.)

Am Samstag war ich mit meiner Freundin fünf Stunden lang frühstücken (nämlich hier – ausführlicher Review dazu folgt noch, aber meine Fotos vom Café Glücklich sind gerade auf dem Kazantip-Festival in der Ukraine. Whole different story.). Anschließend ein kurzer Abstecher in die Parfümerie. Kann ja nie schaden. Im Hinterkopf die Mascara von Estée Lauder, von der bei der letzten Douglas-Bestellung so ne kleine Probier-Mich-Und-Kauf-Mich-Für-Dann-Für-Teures-Geld-Probe dabei war. Irgendwas mit Turbo (kannste immer gebrauchen). Und so blau die Verpackung. Mit bisschen Gold. Das waren die sachdienlichen Hinweise, mit der die Kauffrau für Parfümeriekommunikation um Hilfe gebeten wurde. Und da findet sie doch tatsächlich in zwei Minuten das vermeintliche Objekt meiner Begierde. Kurz bezahlt. Kurz den Dior-Lippenstift mitbezahlt. Ups. Egal.

Ortswechsel.

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Link-Love: Sunday in London

Ich weiß, wir haben schon Montag. Aber ich schwelge immer noch im vergangenen Wochenende. Viele Freunde, Sommer-Sonne, Schwimmkerzen, Lichterketten, gute Musik, viel Lachen, zünftiges Essen und ein grandioses Feuerwerk als krönender Abschluss.
Und ich oute mich: ich bin gestern zum allerersten Mal in meinem Leben Boxauto gefahren. (Und ich werde das jetzt hauptberuflich machen!) Kann der Sommer noch besser werden? Ich glaube nicht.

Für alle die wie ich noch im Wochenend-Revue-Modus sind: “Sunday in London” von Neels Castillon (von dem auch schon dieses Werk hier stammte) mit der Musik von Yann Rouquet ist genau das richtige für solch einen Montag-Abend. Liebes London, dich kann man auch nicht genug besuchen. Auf bald!

Große Liebe: The Gather Journal

Von frischem Brot, cremigen Rührei, gerösteten Pilzen und traumhafter Inneneinrichtung war hier die Rede. UND von fantastischen Magazinen, von denen ein ganz spezielles mir sogar einen extra Post wert ist. Wir haben haben uns gerade angestellt um unsere Milchkaffees und hausgemachte Limonaden zu bezahlen (a.k.a. einen weiteren Chocolate-Stick, einen Cinnamon Bun und einen großen Laib vom Dark-Rye-Bread zu bestellen), da fällt mein Blick auf ein kleines, aus alten Weinkisten gebautes Regal. Neben hausgemachten Marmeladen und verschiedenen Spreads liegt es: das Gather Journal. Und ehrlich gesagt, habe ich es nur gekauft, weil mir auf Anhieb das Titelbild und das Format des Magazins sehr gut gefielen. So als Andenken quasi. Erst zuhause in Deutschland habe ich bei einer Tasse Tee überhaupt gemerkt, was für ein Schatz mir hier in die Hände gefallen ist.

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De oude bank bakerij in Stellenbosch, Südafrika

Manchmal sieht man in Comics wie die Maus durch eine Duftfahne zum Käse gelockt wird. Oder der Hund zum Schinken. Oder eben ich zu der “Oude Bank Bakerij” in Stellenbosch, Südafrika, ca. eine Autostunde von Kapstadt entfernt. Und nein, es geht nicht um Käse oder Schinken, sondern um Brot. Oder darum, wie meine Leidenschaft für “Simplicity at its best” in neue Dimensionen gehoben wurde. Der Eingang liegt etwas versteckt durch einen Bogen und man gelangt in einen kleinen Hinterhof. Zwei, drei kleine Tischchen stehen vor der Türe. Man tritt durch die Türe und steht in einer Bäckerei. Und ich meine wirklich Bäckerei.
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Links ist die große Arbeitsfläche in L-Form und dahinter steht der riesige holzbefeuerte Brotbackofen. Der Sauerteig wird von Hand geknetet und kommt wieder zum Ruhen ins Regal, Baguette wird gezwirbelt, Brotlaibe werden geformt und mit Wasser bespritzt. Säckeweise Mehl lagert dazwischen. Und was sofort auffällt: die vom Mehl eingestaubten, jungen Bäcker haben den Spaß ihres Lebens. Leidenschaft für das eigene Tun scheint wohl Einstellungskriterium Nummer 1 von Fritz Schoon, dem Inhaber und Gründer der Bäckerei, zu sein.
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Pesto. Basta.

Erbsenrisotto mit Minze. Zucchinikuchen. Grünes Gemüse-Thai-Curry. Hauptsache grün, wenn es nach meiner Mama geht. Es geht noch ein paar Tage und dann sind die Basilikum-Töpfe ums Haus bereit für die Großernte. Und dann wird es wieder grün in der Küche. Dank Mama. 

Durch sie habe ich auch das Vorurteil abgelegt, dass Dinge wie hausgemachtes Pesto aufwändig oder gar kompliziert sein könnten. Nein. Alles easy breezy. Mein Demeter-Gemüse-Kisten-Lieferant war nämlich etwas schneller als unser Basilikum im Garten und so war in der letzten Kiste ein großes Büschel von dem duftenden Kraut. Ich: Was machmer? Er: Ha, schnell ‘n Pesto, oder? Ich: Easy. Parmesan ist eh immer da. Ohne Parmesan im Kühlschrank bekomme ich Angstzustände. So nämlich. Eine Packung Pinienkerne war auch noch da und Knoblauch und Olivenöl gehört sowieso zu den Grundnahrungsmitteln. 

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