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Soulfood: Pho-Bo und Dim-Sum. Homemade. Klar.

Unser momentaner Standort könnte nicht ländlicher sein. In unserem Dorf befinden sich ca. 600 Seelen. Davon grunzen 300, muhen 150, gackern und quaken 50, wiehern 20, miauen 15, bellen 3 und die verbleibenden sind Er&Sie, ihre Familie nebenan und diverse Nachbarn, denen ein Großteil des vorher genannten Vieh-Bestandes zuzuschreiben ist. Und ja, wir haben Platz. Viiiiiel Platz. Einen großen Garten. Eine Streuobstwiese. Die frischesten Eier. Selbstgemachten Apfelsaft. Schneeglöckchen en masse und bereits jetzt schon wieder frischen Salbei im Garten. Nur eins suchste hier halt wirklich vergeblich: einen GUTEN Asiaten in Reichweite (was durchaus als 45 Minuten one-way mit dem Auto definiert wird). Spätestens jetzt dürfte klar sein: First World Problems. Und deshalb müssen wir ganz einfach selber ran. Gibt schlimmeres. Keine frischen Demeter-Eier oder getrockneter Salbei zum Beispiel. 

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Disco Fusion Kitchen (Kostbar Bad Saulgau)

Ein Riesen-Pott hausgemachter Fleischbrühe simmert leise vor sich hin, die Entenbrust zieht gerade in Maracuja-Rotweinsud und der rohe Lachs wird mit frischen Kräuterbüscheln zum beizen vorbereitet. Der Elektro aus dem uralten Radio ergibt zusammen mit dem Zischen des Grills und klappern der Messer einen eigenen Beat. Und die Discokugel glitzert. You’re at home, baby. (more…)

Rabens Saloner und ein Klagelied über meine Doppelmoral.

Mein letzter Beitrag liegt einige Zeit zurück, aber keine Angst: es folgt jetzt keine Entschuldigung gespickt mit tausend Begründungen gewürzt mit schlechtem Gewissen. Ich mag einfach lieber das, was aus mir raussprudelt und nicht das, was mühsam “erquetscht” wird. Hier im Salon wird nur gesprudelt und nicht gequetscht – ganz ohne Verpflichtung mir selbst gegenüber.

Aber heute sprudelt es mächtig und das Stichwort lautet “Nachhaltigkeit”. Was mir im Bereich der Ernährung und Lebensmittel unheimlich leicht und voller Freude von der Hand geht, fällt mir plötzlich klamottentechnisch schwer. Ich schaffe es doch tatsächlich mich gerade noch voller Freude auf meine regionale-saisonale Demeter-Gemüsekiste zu stürzen (Ja. Momentan hauptsächlich Kohl. Schwarzkohl. Grünkohl. Spitzkohl. Weißkohl. Und Wirsing. Und Rote Beete. Aber man ist ja kreativ.) und im nächsten Moment das von 9,99 Euro auf 4,99 Euro reduzierte T-Shirt im H&M-Online-Shop in den virtuellen Einkaufskorb zu legen. Ganz klarer Fall von Doppelmoral. Warum mache ich diesen Unterschied? Warum lasse ich nicht die gleichen Maßstäbe für den Demeter-Bauern aus der Nachbarschaft und die Näherin in Vietnam gelten? STOP! Vor allem Shopping-Stop. Gerade habe ich den Tab geschlossen, der mir ein cooles Cape und ein Blouson aus Irgendwo-in-Asien geliefert hätte. Nicht, dass ich was davon bräuchte, nein. Ich hätts halt gern gehabt. STOP! Ich verstehe, dass shoppen allgemein immer auch eine Budget-Frage ist und ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle, bei dem die Näherin auch noch fair bezahlt wurde, ist sicherlich nicht für 4,99 Euro zu produzieren. Aber es gibt auch einen Mittelweg: beispielsweise die Leute von Grundstoff. Sie haben einen Online-Shop gegründet, der faire und/oder ökologisch nachhaltig produzierte Mode zu okayen Preisen anbietet. Ein Basic-Shirt zwischen 15 und 20 Euro, Leggins aus Bio-Baumwolle für 20 Euro oder ein Fair-Trade Hoodie für 40 Euro. Preislich voll okay. Oder aber meine Liebsten von Team Brûlé Berlin. Fairer wirds nicht mehr. Bio-Baumwolle verarbeitet in Berlin. Yes please. (Mein vor sieben Jahren gekauftes Tanktop der beiden Wahl-Berliner sieht immer noch aus wie neu. Just sayin’. Und DAS bei Preisen auf Grundstoff-Niveau. YEEEEES PLEASE!!!)

Ein weiterer Tipp ist Rabens Saloner aus Copenhagen. Gegründet in 2007 von Birgitte Raben Olrik, produziert von Familien-Unternehmen in Asien, fair bezahlt und unterstützt werden und gleichzeitig eine große Inspiration für die Kollektion selbst sind. So sagt Birgitte: ”There is so much inspiration to gather from local artisans if you show them that you appreciate their skills and admire their traditions. It’s a kind of mutual fertilization, if you keep an open mind, amazing things can emerge from it.” (Zitat stammt von hier)

Leider sind die hauptsächlich nicht-farbenen Kollektionen in Deutschland nur ganz selten erhältlich aber ich habe ausgerechnet in Kempten im Allgäu eines der fantastischen Kleider gefunden. Grobe Rohseide. A-Linien-förmiger Schnitt. Rauchgraue Farbe. Love it. Und mit dem Hintergrund-Wissen über die Herkunft macht das Tragen nochmal so viel Spaß. 

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Ich werde jetzt nicht hingehen und alle meine H&M-Shirts rauswerfen, das hätte auch nicht sonderlich viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Aber was Neuzugänge anbelangt freue ich mich auf ein Nachhaltigkeits-Go und ein Quantitäts-Stop. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Primark betreten. Und genau so soll es bleiben. (Ich wollte es eigentlich vermeiden, aber vor einigen Wochen geisterte eine Doku über diesen unsäglichen Riesen durch viele Fashion-Blogs. Was ist geblieben? Nicht sehr viel. Aber bevor ich anprangere, kehre ich erstmal hier vor meiner Haustüre. Vorzugsweise mit dem besten Weihnachtsgeschenk der Welt – danke Schwesterherz!)

Edit: gerade noch folgenden Tipp bekommen: Fair Fashion Finder mit GetChanged. Tut es!

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One happy weekend und ein bisschen Link-Liebe.

  1. Homemade Apfelsaft. Mit Äpfel von der eigenen Bio-Streuobstwiese. Landleben rockt.
  2. Theo und Beau. Ich neige ja sowieso bei Tier- und Hundebabies in Urlaute auszubrechen, aber das ist ja wohl wirklich extra-süß.
  3. Das längste Musik-Video der Welt: Happy von Pharrell Williams. November-Depression Ciao. Erst “Get Lucky” und nun “Happy”. This must be one happy man, dieser Pharrell.
  4. Another happy man: http://www.happyinteriorblog.com/ by Igor.
  5. Tonight’s the night. Das erste Bredla-Backen steht an. (Bredla sind Weihnachtsplätzchen. Just sayin’.)

Dolce far niente – Casa Sull’Albero

Nur dreieinhalb Stunden dauert die Fahrt bis zu ersten Pizza, und bereits die ist spektakulär. Schon mal was vom Splügen-Pass gehört? You better be prepared: von Oktober bis Ende April sind Schneeketten und gute Winterreifen Pflicht, Allrad schadet auch nicht. Als Beifahrer hab ICH wunderbare Aussichten auf Bergweiden oberhalb der Baumgrenze, Wasserfälle und Wildpferde. Als Fahrer hat ER alle Hände voll zu tun. Einspurige, unbegrenzte Mini-Straßen und mitten im nirgendwo die Grenze zwischen Schweiz und Italien. (more…)

Fazit. Frankreich. Fai.

Kennt ihr das Wort “fai”? Wie in “Das war fai voll gut” oder “ich mag dich fai”. Oder früher in Form der schlimmsten Drohung überhaupt: “Das sag i fai.” Beschde. (In die Überschrift passts eigentlich nur dank der Alliteration. Ach. Egal.) Denn eigentlich gehts um Frankreich und unsere Woche an der Côte d’Azur.
Und hier sind meine Fazite. Oder Fazits. Beides doof.

  1. So romantisch das auch klingt in einem Haus im Weinberg zu wohnen – never forget, dass die Trauben auch irgendwann geerntet und verarbeitet werden müssen. Morgens um fünf. Im September. Neben unserem Schlafzimmer.
  2. Kein Restaurant ist so gut, dass es die frische Dorade toppen könnte, die man morgens vom Fischer auf dem Wochenmarkt erstanden hat.
  3. Nichts geht über ein Tag am Meer. Mit Buch. Und Eis.
  4. St. Tropez ist sehr süß, leidet aber unter zu viel Geld.
  5. Jeden Tag Frühstücksei essen rockt.
  6. Plage de Cabasson und Plage de Brégançon. Do it. Vor allem mit Kite bei Wind.
  7. Marseiller Bouillabaisse ist überbewertet.
  8. Macarons. MACARONS!
  9. Ich will zurück.

Danke an die Reisegruppe.

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Back on track (oder der Montag nach dem Urlaub)

Der Montag nach einem Urlaub fühlt sich immer komisch an: ein bisschen Wehmut gepaart mit Motivation. Ein sanfter Übergang bei der Transformation vom Chill-Urlauber zum Arbeits-Tier gelingt mir dabei fast nie. Bis auf dieses Mal. Das liegt vielleicht daran, dass mich heute der beste Häng-Buddy ever ins Büro begleitete und seine überaus komischen Schlafposen zum besten gab (sorry für die nicht vorhandene Qualität beim Foto. Musste ich aber trotzdem teilen). Und es liegt an dem Clip “Morning of the World” von Gunther Gheeraert mit wunderbaren Momenten aus Bali. Für das rastlose Reise-Herz, das schon wieder ganz laut klopft. Too many places to see. Enjoy.

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P.S. Ludovico Einaudi is the man! Aber das verdient einen extra Post. Irgendwann.

Coming up: Summer reloaded.

Ich freu mich jetzt schon drauf meinen Wecker auf morgen früh 05:30 Uhr zu stellen. Nein, ich bin nicht wahnsinnig geworden. Und ich bin immer noch Spätaufsteherin. Aber nichts bringt mich so schnell und fröhlich aus den Federn wie die Aussicht auf einen Roadtrip mit dem Meer als Ziel. Côte d’Azur it is. Haus in den Weinbergen 5 Kilometer vom Strand entfernt it is. Ausgedehntes Kochen mit Freunden it is.

Bring it oooooooon! Excusez. Allez vite!

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Donnerstag ist Kino-Tag 01

Wir haben keinen Fernseher. Jetzt ist es raus. Den letzten Umzug im Mai vor einem Jahr hat das alte, riesige Röhren-Teil nicht mehr mitgemacht. Und es geht mir außerordentlich gut damit. Gut, ab und zu vermisse ich sonntagnachmittägliche, passive Berieselungsreportagen, vor allem wenn am Vorabend das Kaltgetränk-Chakra etwas zu positiv gestimmt war. Aber alles nicht so schlimm. Dieses Internet macht heutzutage ja alles möglich. Und ich konsumiere nach wie vor viele Filme und Serien. Vor allem Serien. (Gute Tipps, anyone? Jederzeit her damit!!!) Wie bereits hier und hier geschehen, möchten wir von nun an regelmäßig Filme am Kino-Donnerstag vorstellen. Mal aktuell, mal alte Schmankerl. Aber eben alles, was gut ist. Los gehts mit Emmas Glück.
Gefunden habe ich dieses Prachtstück auf der Suche nach Jürgen Vogels (beschde!) früheren Werken. Emmas Glück ist Max’ Bauchspeichelkrebs-Diagnose. Emmas Glück sind ihre Schweine, die sie auf ihrem abgeschiedenen Bauernhof züchtet und schlachtet. Und Emmas Glück ist, dass der Dorfpolizist Henner in sie verliebt ist. Ein Heimat-Kino der ganz besonderen Art. Komisch, ehrlich, einfühlsam und doch derb, liebevoll und irgendwo dazwischen der Tod. Wem das reicht, klickt bitte nicht auf weiter sondern holt sich den Film ins Heimkino. Für alle anderen geht’s hier weiter: (more…)

Brezn-Servietten-Knödel mit Pfifferlingen

Leute. Es ist kurz nach zehn, schön längst dunkel und draußen hats gerade mal noch knapp über 10 Grad. Und damit erkläre ich die Kürbis-Suppen- und Pfifferlings-Saison für eröffnet. Auch wenn mir und meinem Liebsten noch eine Woche Sommer in Südfrankreich bevor steht, so freu ich mich doch tatsächlich schon auf einen hoffentlich goldenen Herbst. (Pfwäh. 10 Pfennig ins Phrasenschwein. Jetzt. Sofort.)
Die Apfel-Ernte inklusive Saft-Pressen in der Streuobstwiese hinterm Haus steht an und wenn Willy auf der Suche nach Katzen durch den Garten jagt, raschelt er an der ein oder anderen Stelle schon durch kleine, bunte Laubhaufen. Morgens liegt schon hier und da ein bisschen Nebel in den Wiesen-Tälern und irgendwie wirkt die Natur seit ein paar Tagen ein wenig so, als würde sie gerade verschnaufen und einen langsamen, wohlbedachten Rückzug vorbereiten. Ich liebe diese Übergangstage. Und ich liebe sie in jeder Jahreszeit. Und ich liebe es, wie sich in genau diesen Tagen auch meine Koch-Intuition ändert. Am Freitag Abend habe ich meinen ersten Kürbis der Saison gekauft. Plötzlich habe ich wieder Lust auf Soul-Food. Kartoffeln und Kürbis. Zwetschgenkuchen und Apfelmus. Oder eben selbstgemachte Brezn-Servietten-Knödel mit Pfifferlingen. Rezept kommt nach dem Klick.04 (more…)

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