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FOOD & PIXELS, THOUGHTS & ART

Montag

19.

Mai 2014

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Food, Review, Thoughts

Von Generationen und selbstgemachtem Gold.

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Eigentlich war dieser Artikel schon geschrieben: ein Loblied auf unser selbstgemachtes Walnussöl. Es fehlten nur noch ein paar kleine Details, die ich später noch recherchieren und ergänzen wollte. Beispielsweise das Alters unserer beiden Walnussbäume, der ja schließlich nicht gerade unerheblich an der Ölproduktion beteiligt ist. Und schwups war alles bis dahin bereits Geschriebene gelöscht. Absichtlich. Die tolle Nusspresse, der Geruch in der Ölmühle oder die lustige Arbeit am Sortierband erscheinen obsolet in Anbetracht der Tatsache, dass diese wunderbaren Bäume -jedes Jahr dickvoll mit kleinen, karamellfarbenen Walnüssen- schon über 70 Jahre zählen. Überdauert haben diese einen Hofbrand, einen kompletten Umbau des Hofes, den Orkan Lothar im Jahr 1999 sowie zahllose Gewitter und Stürme. Solche Bäume haben meinen tiefsten Respekt. 1400185277.543166.IMG_0556 Meine Uroma (Kreszentia Maria – ein oberschwäbischer Traum) setzte sie damals und unter ihrer Fuchtel und der anschließenden Obhut meines Opa (miss!) dürfen wir nun jedes Jahr im Herbst die Nüsse mit den Eichhörnchen (und Willy – ein nussknackender Hund. True dat.) teilen. Meine Mama perfektionierte nun über die Jahre hinweg die Lagertechnik und nun trocknen bis zum Frühjahr die Nüsse in selbstgebauten, mit feinmaschigem Gitter bezogenen Holzregalen unter wöchentlichem Wenden. Ein Bewahren und Perfektionieren über Generationen hinweg. Und wer profitiert davon? Richtig. Wir. Sie und Er. Und zwar voller Dankbarkeit und Wertschätzung. Ungefähr so wie beim Apfelsaft.

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Da stellen wir zwei uns doch gern einmal pro Jahr ans Fließband in Stirms Ölmühle bei Marbach am Necker und sortieren die frisch geknackten Nüsse ins Töpfchen und Schalen ins Gröpfchen. Und weil wir zwei sonst hauptsächlich Hirnarbeiter sind, ist dieser jährliche Handarbeiter-Ausflug ans Fließband irgendwie was Gutes. So empathie-technisch. Und so.

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Anschließend werden die Nusskerne erst grob gemahlen und dann kalt gepresst – und heeeere we go. Goldgelb und herrlich aromatisch fängt das Öl langsam an zu fließen. Von 30 Kilogramm Nüssen inklusive Schale bleiben uns 4,5 Liter Öl, was einem Ölgehalt von ca. 15% entspricht.
IMG_9802 Anscheinend enthält Walnussöl Tryptophan, was einer Vorstufe des Glückshormons Sterotonin entspricht. Erklärt einiges. Oder alles. Danke, Mama, Opa und Uroma für das Möglich-Machen. Feels like gold.

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