Wir haben keinen Fernseher. Jetzt ist es raus. Den letzten Umzug im Mai vor einem Jahr hat das alte, riesige Röhren-Teil nicht mehr mitgemacht. Und es geht mir außerordentlich gut damit. Gut, ab und zu vermisse ich sonntagnachmittägliche, passive Berieselungsreportagen, vor allem wenn am Vorabend das Kaltgetränk-Chakra etwas zu positiv gestimmt war. Aber alles nicht so schlimm. Dieses Internet macht heutzutage ja alles möglich. Und ich konsumiere nach wie vor viele Filme und Serien. Vor allem Serien. (Gute Tipps, anyone? Jederzeit her damit!!!) Wie bereits hier und hier geschehen, möchten wir von nun an regelmäßig Filme am Kino-Donnerstag vorstellen. Mal aktuell, mal alte Schmankerl. Aber eben alles, was gut ist. Los gehts mit Emmas Glück.
Gefunden habe ich dieses Prachtstück auf der Suche nach Jürgen Vogels (beschde!) früheren Werken. Emmas Glück ist Max’ Bauchspeichelkrebs-Diagnose. Emmas Glück sind ihre Schweine, die sie auf ihrem abgeschiedenen Bauernhof züchtet und schlachtet. Und Emmas Glück ist, dass der Dorfpolizist Henner in sie verliebt ist. Ein Heimat-Kino der ganz besonderen Art. Komisch, ehrlich, einfühlsam und doch derb, liebevoll und irgendwo dazwischen der Tod. Wem das reicht, klickt bitte nicht auf weiter sondern holt sich den Film ins Heimkino. Für alle anderen geht’s hier weiter: emmas-glueck_stills_04 Emma (Jördis Triebel) ist Außenseiterin und lebt auf dem ihr vom Großvater vererbten, aber hochverschuldeten Bauernhof mit ihren Schweinen. Auf vom Dorfpolizisten Henner überbrachte Vollstreckungsbescheide reagiert sie schon mal mit geladener Flinte und verbalen Nettigkeiten der deftigen Art.
emmas-glueck_stills_01Als plötzlich Max (Jürgen Vogel) nach einer Worst-Case-Krebs-Diagnose durch einen Autounfall mit einem Sack voll gestohlenem Geld auf ihrem Grundstück landet, nehmen die Dinge ihren Lauf. Langsam gesellt sich Liebe zu Angst und Krankheit, Unbeschwertheit zu Rebellion gegen gesellschaftliche Zwänge und dann ist da noch die Diskussion der Sterbehilfe.emmas-glueck_stills_03

Ein wunderbarer Film voller nicht ganz unbeschwertem Glück und einer Hauptdarstellerin, die mit Kittelschürzen, Mist in den Haaren und dreckigen Gummistiefeln irgendwie auf ihre eigene Art sexy ist. Like.