Leute. Es ist kurz nach zehn, schön längst dunkel und draußen hats gerade mal noch knapp über 10 Grad. Und damit erkläre ich die Kürbis-Suppen- und Pfifferlings-Saison für eröffnet. Auch wenn mir und meinem Liebsten noch eine Woche Sommer in Südfrankreich bevor steht, so freu ich mich doch tatsächlich schon auf einen hoffentlich goldenen Herbst. (Pfwäh. 10 Pfennig ins Phrasenschwein. Jetzt. Sofort.)
Die Apfel-Ernte inklusive Saft-Pressen in der Streuobstwiese hinterm Haus steht an und wenn Willy auf der Suche nach Katzen durch den Garten jagt, raschelt er an der ein oder anderen Stelle schon durch kleine, bunte Laubhaufen. Morgens liegt schon hier und da ein bisschen Nebel in den Wiesen-Tälern und irgendwie wirkt die Natur seit ein paar Tagen ein wenig so, als würde sie gerade verschnaufen und einen langsamen, wohlbedachten Rückzug vorbereiten. Ich liebe diese Übergangstage. Und ich liebe sie in jeder Jahreszeit. Und ich liebe es, wie sich in genau diesen Tagen auch meine Koch-Intuition ändert. Am Freitag Abend habe ich meinen ersten Kürbis der Saison gekauft. Plötzlich habe ich wieder Lust auf Soul-Food. Kartoffeln und Kürbis. Zwetschgenkuchen und Apfelmus. Oder eben selbstgemachte Brezn-Servietten-Knödel mit Pfifferlingen. Rezept kommt nach dem Klick.0401Zutaten für 2 Personen

Für die Knödel: 

  • ca. 200 g altbackenes Laugengebäck in ca. 1 cm große Würfel geschnitten
  • 3-4 Stiele frische Petersilie
  • 1 Schalotte
  • 20 g Butter
  • 100 ml Milch
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Die Schalotte sehr fein würfeln und in der Butter andünsten. Dann die gehakte Petersilie dazu geben und vom Herd nehmen. Die Milch mit dem Ei verquirlen und sehr gut mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss würzen. Kurz die Schalotten-Petersilienbutter noch unterrühren und dann das Milchgemisch über die Laugenwürfel geben und alles gut verkneten. Den Teig ca. 10 – 15 Minuten ruhen lassen. 

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Anschließend den Teig zu einer Rolle mit ca. 8 Zentimeter Durchmesser formen. Ich gebe ihn dazu auf ein sauberes Küchentuch und rolle ihn darin in Form, dann klebt auch nicht so viel an den Händen. Die Knödel-Rolle dann in dem Küchentuch aufwickeln und die Enden mit Küchengarn oder Küchengummi zuknoten. Je fester die Rolle eingeschlagen ist, desto fester werden dann hinterher auch die Knödelscheiben. In einem länglichen Bräter reichlich Wasser erhitzen und gut salzen. Den Knödel dann in leise siedendem Wasser ca. 30 Minuten ziehen lassen und nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. 

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Für die Pfifferlinge: 

  • ca. 600 g Pfifferlinge
  • 1 EL Butter
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 Schluck Weißwein
  • 2 Schluck Noilly Prat
  • ca. 50 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Sahne
  • 1 EL Crème Fraîche
  • Petersilie, Salz und Pfeffer

 Die Pilze mit einem Pinsel fein säubern, wenn möglich nicht waschen. Dann die Schalotte feinst gewürfelt in etwas Butter anbraten und die Pilze dazu geben. Mit dem Weißwein und dem Noilly Prat ablöschen und die Gemüsebrühe nach ein paar Minuten dazu geben. Etwas einköcheln lassen und kurz vor dem Servieren die Sahne und Crème Fraîche unterziehen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, kann auch noch ein paar Spritzer Zitronensaft und etwas Knoblauch dazu geben, aber die Pfifferlinge bringen in der Regel schon ein herrliches Aroma mit. 

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Die Knödelrolle aus dem Wasser holen und auf einem Küchenbrett in Scheiben schneiden. Wer mag, kann die Scheiben auch noch kurz in etwas Butterschmalz kross anbraten, im Hause Sie&Er gibt’s die aber einfach ganz frisch aufgeschnitten mit dem Pilzragout sofort serviert. Ein grüner Salat dazu – fertig ist die dermaßene Soul-Food-Mahlzeit. 

Happy Herbst. Yay.

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By the way: Willy fand die Knödel auch ganz gut…
snuf