Eine Film-Empfehlung zu schreiben ist ganz schön schwer. Wie schaffe ich es mit wenigen Worten Lust auf einen Film zu machen und dabei nichts über den selbigen zu verraten? Doofness. Und trotzdem will ich es hier versuchen, denn auf unserem Hinflug nach Marrakech haben wir zwei uns mit dem iPad (wohlwissend, dass das On-Board-Entertainment von Ryanair bis auf lustige Fanafaren quasi nicht vorhanden ist) in unsere Sitze ohne Beinfreiheit vergraben und wurden von einem Meisterwerk voller Emotion, unsentimentaler Komik und wunderbaren Bildern empfangen. Der Film wurde mir von meiner kleinsten Schwester empfohlen und ja, ich gebe zu, dass ich etwas anderes erwartet hatte. Was leichtes, unkompliziertes vielleicht. Für alle, die darauf stehen, einen Film ohne jegliche Vorinfo anzuschauen, empfehle ich jetzt mit dem Lesen aufzuhören und einfach den Film zu schauen.

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Für alle anderen: Die Bilder sind tatsächlich leicht, luftig. Meer, Wind, leichte flatternde Vorhänge, warme Farben. Und stehen im Gegensatz zu der eigentlichen Geschichte. Der Film wird durch die Ich-Perspektive von Jean-Dominique Bauby erzählt. Nach einem Schlaganfall im Alter von 43 fällt er zwei Wochen lang ins Koma und wacht danach wieder auf. Vollständig gelähmt. Lediglich ein Augenlid kann er noch bewegen. Gefangen oder medizinisch ausgedrückt: locked-in im eigenen Körper.

Ab dann beginnt die Begegnung zwischen der unbegrenzten Freiheit des Geistes und dem Schicksal eines vollständig gelähmten Körpers. Ich werde mitgenommen auf diesen Schock dieses unbeschreiblichen Phänomens und auf den Weg hinaus. Beeindruckend ist dabei die völlige Abhandenheit von Selbstmitleid. Im Gegenteil. Unerwarteter Humor.

Grenzenlose Fantasie und Erinnerungen führen sogar zu einer Leichtigkeit, die ich nicht erwartet habe.
Mehr möchte ich aber nicht verraten. Anschauen. Es lohnt sich.