Sie steht auf asiatische Küche. Er auch. Läuft. Und mit asiatischer Küche meine ich nicht unbedingt die in Glutamat ertränkte, mit Ananas-Stückchen misshandelte Ente süß-sauer beim China-Restaurant Asia-Paradies ums Eck. Wobei ich hier meine Hände ganz sicher nicht in Unschuld waschen darf – manchmal muss es einfach Fast-Eurasier sein a.k.a 2, 10, 15 a.k.a Sansien-Suppe, Frühlingsrolle und Wan-Tans als Vorspeise. Und das Familienglück für alle. ABER mit asiatischer Küche meine ich etwas anderes.
Ich stehe zum Beispiel unheimlich auf Japan. Der Gedanke, dass Gewürze und Öle nur sparsam verwendet werden sollen, um den Eigengeschmack der frischen Zutaten möglichst optimal hervorzubringen, ist mir sehr sympathisch. Durch die japanische Küche, allem voran durch Sushi, habe ich gemerkt, dass die Gleichung “Frisch + Hochwertig (ich möchte gerne “höchstwertig” schreiben, klingt aber doof) + Einfach = Köstlicher Luxus” absolut stimmt. Passend hierzu kann ich jedem Sushi-Fan den Film “Jiro Dreams of Sushi” empfehlen. Pure awesomeness. Hier ein kleiner Teaser:


Da Jiro und die Tokyoter U-Bahn leider nicht gerade ums Eck liegen, versuchen wir unseren Japan-Hunger vorübergehend selbst zu stillen, was uns mit dem nachfolgenden Rezept für Miso-Suppe ganz gut gelingt.

    Miso-Suppe mit frischem Lachs für 2 Personen

    Zutaten:
    2 Esslöffel dunkle Miso-Paste (zum Beispiel diese hier von Arche)
    1 Päckchen Dashi-Granulat (wir haben dieses hier zuhause)
    2 Blätter von geröstetem Nori, (gibts hier in Bio-Qualität)
    1 Frühlingszwiebel in feine Ringe geschnitten
    2 rohe Lachsfilets, ganz frisch
    Evtl. einen Spritzer Zitrone und frischer Koriander

    Zubereitung:
    Für 2 Personen ca. 1,25 Liter Wasser in einem Topf erhitzen, dabei das Dashi-Granulat und die Misopaste einrühren. Wenn diese japanische Suppenbrühe dann kocht, die Temperatur etwas zurückschalten und für einige Minuten leicht köcheln lassen. Währenddessen die Noriblätter mit einer Schere in mundgerechte Vierecke und den Lachs wie auf dem Titelbild in feine Scheiben schneiden.
    Die Frühlingszwiebel-Ringe und die Algenblätter in die Brühe geben und kurz ziehen lassen und dann probieren. Ist es etwas zu salzig, einfach Wasser dazu geben. Darfs noch ein bisschen mehr Würze sein? Einfach einen Spritzer Soja-Soße oder mehr Miso-Paste dazu geben. Nach Geschmack kann jetzt auch noch ein kleiner Spritzer Zitrone dazu gegeben werden.
    Wenn die Brühe abgeschmeckt ist, den Herd ausschalten, so dass es nicht mehr köchelt.

    Zwei Minuten vor dem Servieren dann die rohen Lachsstücke reingeben und vorsichtig umrühren. Der Lachs gart sofort in der Brühe und hat beim Servieren idealerweise noch einen glasigen Kern. Einfach kurz testen, wenn der Garpunkt erreicht ist. Der Fisch sollte keinesfalls richtig mitkochen, da sonst das Eiweiß gerinnt und der Fisch trocken wird (jawohl – trocken – obwohl er in Brühe “schwimmt” – ähm makaber – aber ist so).

    Zu guter letzt: SIE liebt es, wenn auf die Suppe noch ganz frische Korianderblätter gegeben wird, aber ER bevorzugt dieses Rezept nach eigener Aussage ohne Seifeneinlage. Ist also ganz nach Geschmack.

    Enjoy!